Home
Über mich
Astronomie
Polarlichtinfo
Grafiken
Warnungen
Konzerte
Reisen
Galerien
Aktuelles
Gästebuch
Sitemap
Weltraumwetter / Polarlichtwarnungen
Grafiken und Infos
Als die Menschen des Nordens die Natur des Polarlichtes noch nicht erkannten, glaubten sie, daß böse Geister über den Himmel fuhren und ihr Unwesen trieben. Wer einmal hoch im Norden (oder Süden) das Spiel der Polarlichter, das lautlose Wabern, Entstehen und Vergehen der verschlungenen Formen beobachten durfte, kann vielleicht das Entsetzen unserer ahnungslosen Altvorderen - denen es nie an Phantasie mangelte - nachvollziehen.

Sie rannten also in ihre Häuser, verhängten die Fenster und versteckten sich, damit die Dämonen sie unbehelligt ließen. Damit beraubten sie sich eines der schönsten und eindrucksvollsten Ereignisse, die am Himmel zu beobachten sind.

Heute wissen wir daß Polarlichter ihren Ursprung in der Sonnenaktivität haben. Der Sonnenwind - elektrisch geladene Teilchen hoher Energie - trifft auf das Magnetfeld der Erde, verformt es und wird von ihm (vorrangig in der Nähe der magnetischen Pole) auf komplizierten Bahnen in die oberen Regionen unserer Atmosphäre gelenkt. Dort geben die Teilchen ihre Energie an die Moleküle der Luft ab und regen sie so zum Leuchten an. Es ist das gleiche physikalische Prinzip, nach dem auch die Leuchtstoffröhren arbeiten.

Je nachdem, ob der Teilchenstrom dabei auf Sauerstoff- oder Stickstoffmoleküle trifft, und abhängig von der Höhe, in der das geschieht, leuchten die Polarlichter in den Farben Rot, Grün, Violett oder Blau. Polarlichter in den obersten Etagen über etwa 200 km Höhe können unter günstigen Bedingungen auch bis Mitteleuropa gesehen werden. Sie sind meist statisch und leuchten blaß, vor allem in roten Farben. Am häufigsten kann man Polarlichter in einem ovalen Gebiet rund um den 70. Breitengrad der Erde beobachten. Dort zeigen sie sich in sehr intensivem Grün und sind in einem ständigen Wandel ihrer Formen begriffen. Übrigens treten sie sowohl in den nördlichen Breiten auf (dort heißen sie aurora borealis) als auch in der südlichen Hemisphäre (aurora australis).

Durch Messung des Sonnenwinds und des irdischen Magnetfeldes kann man also die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens von Polarlicht vorhersagen. Die Erfordernis eine Vorhersage solcher solaren Ereignisse hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Die enorme Stärke der elektromagnetischen Vorgänge beeinträchtigt nicht nur die Energieversorgung ganzer Regionen, sondern auch die Stabilität der Umlaufbahnen von Satelliten in erdnahen Bahnen, aber auch die Gesundheit der Astronauten in der ISS oder der Passagiere in besonders hoch fliegenden Flugzeugen, deren Route über nördliche Gebiete verläuft.

Zusätzliche Informationen liefern Satelliten, die die Sonne permanent beobachten. Die ermittelten aktuellen Daten stellen verschiedene Organisationen grafisch aufbereitet ins Netz. Die wichtigsten habe ich auf dieser Seite verlinkt.

Aber nicht nur grafische Informationen werden bereitgestellt. Aktuelle Warnungen oder Meldungen über besondere Ereignisse wie besonders heftige können jederzeit von bestimmten Webseiten der NOAA abgerufen werden. Auch diese Meldungen stelle ich in aufbereiteter Form dar.


Aktuelle Polarlichtwarnungen
Letzte 30 Tage



Aktuelle Situation  [0]
Solare X-Strahlung
Geomagnetisches Feld (Kp)





Das geomagnetische Feld / Der Kp - Index



Astronomie - Polarlichtinfo/Weltraumwetter










      
Das interplanetare Magnetfeld / Der Bz - Wert

Weltraumwetter - Grafik bz-Wert 1h

Das Erdmagnetfeld wird durch das von der Sonne ausgehende interplanetare Magnetfeld (IMF) beeinflußt. Diese Einflüsse lassen sich in eine permanente solare Strahlung sowie kurzfristig auftretende Störungen wie Sonnenwind oder koronale Massenauswürfe (CME) - also geladene Teilchen - unterteilen.
Der Kp - Index ist ein Maß für den Einfluß dieser Störungen auf das Erdmagnetfeld. Es ist ein globaler Index und wird durch 13 Observatorien an unterschiedlichen Standorten auf der Erde ermittelt. Obwohl die Variation der magnetischen Feldstärke H gemessen wird, ist Kp eine dimensionslose Zahl, die die Werte 0 bis 9 annehmen kann. Er wird für ein Intervall von jeweils 3 Stunden ermittelt. Unter einem Wert von 4 sind in Deutschland keine Polarlichter zu erwarten. Obwohl Kp keine Echtzeitanzeige und daher nur beschränkt aussagekräftig ist, wird er häufig als erstes Indiz für auftretende Polarlichter verwendet.

Die Grafik zeigt den Verlauf von Kp innerhalb der letzten 72 Stunden.

Schon zuverlässiger bezüglich des Auftretens von Polarlicht ist der Wert von Bz. Im Unterschied zu Kp ist hier die magnetische Flußdichte bzw. magnetische Induktion B die ausschlaggebende Größe. B ist eine vektorielle Größe, besteht also aus einem Betrag und einer Richtung, setzt sich aus den Komponenten Bx, By und Bz zusammen. Vor allem Bz ist hier von Bedeutung, denn die z- Achse verläuft im Bezug auf das Erdmagnetfeld in Nord-Süd-Richtung. Ist Bz negativ, B also südwärts gerichtet, kann es zu Rekonnektionen des Erdmagnetfeldes mit dem solaren Plasma kommen; es fließen starke Ströme, die zur Entstehung von Polarlichtern führen können. Natürlich ist das nur eine unvollständige Darstellung der Vorgänge. Der wesentliche Aspekt ist aber, daß nur negative Werte von Bz zu Polarlichtern führen; und je länger anhaltend, umso wahrscheinlicher.

Die Grafik zeigt den Verlauf von Bz innerhalb der letzten Stunde in 1-Minuten-Schritten.


Der Solarwind [1]

Am aussagekräftigsten ist diese Grafik, die vom »Australian Space Weather Forecasting Centre« alle 10 Minuten herausgegeben wird. In ihr sind die wichtigsten Parameter des Sonnenwindes anschaulich dargestellt:

Auf der x-Achse die Geschwindigkeit des Sonnenwindes in km/s
Auf der y-Achse der Wert von Bz in nT
Im kleinen schwarzen Quadrat am Pfeilende die Dichte des Sonnenwindes in Teilchen/cm3 (Grün: < 10 / Gelb: > 10 / < 15 / Rot: > 15)

Der daraus resultierende Pfeil (mit dem kleinen Quadrat) zeigt in eines der flächig farbigen Felder. Je tiefer er in den orange/roten Bereich zeigt, um so wahrscheinlicher ist das Auftreten von Polarlichtern.







Vergrößerung: Mauszeiger über Bild
Aktuelles Polarlichtoval [3]

Die Grafik ist ein Vorhersagemodell für das Auftreten von Polarlichtern. Sie stellt eine ovale Region rund um den magnetischen Nordpol dar, die durch Lage, Breite und Färbung die Wahrscheinlichkeit von Aurora borealis zeigt. Die Daten dafür stammen vom Satelliten »Advanced Composition Explorer« (ACE), der sich zwischen Erde und Sonne am Lagrange-Punkt L1 in etwa 1,6 Millionen km Entfernung von der Erde befindet. Von dort aus benötigt der Sonnenwind je nach Geschwindigkeit von einer halben bis etwa zwei Stunden bis zur Erde.

Und das ist auch der Vorhersagezeitraum der Grafik, die nach dem OVATION-Modell (Oval Variation, Assessment, Tracking, Intensity, and Online Nowcasting) erstellt wurde.

Eine solche Grafik existiert auch für die südliche Hemisphäre.






Sonne im Weißlicht [4]

Dieses Bild ist eine aktuelle Ansicht der Sonne im Weißlicht, also ohne Verwendung spezieller schmalbandiger Filter, so, wie man die Sonne durch Solarfolie oder eine Finsternisbrille sieht. Es zeigt außerdem, falls vorhanden, Sonnenflecken und aktive Regionen sowie ihre Bezeichnungen an.






H-Alpha [5]

Das Bild wurde von SDO aufgenommen, dem »Solar Dynamic Observatoty«, das seit 2010 aus dem Orbit heraus permanent Daten über die das Innere der Sonne, die verschiedenen Schichten der Sonnenatmosphäre, das Plasma und auch das Magnetfeld übermittelt, um den Einfluß der Sonne auf die Erde zu untersuchen, wobei es Bilder übermittelt, die in den unterschiedlichsten Wellenlängen gewonnen wurden.


Leider sind momentan keine aktuellen Bilder verfügbar, da es ein technische Problem gibt. Die NASA schreibt dazu auf ihrer Webseite: »The SDO web server has had a hardware failure with its data storage, so some features and data are temporarily unavailable. The team is working to restore access as soon as possible. Please refer to the Data Access Page to find alternate sources of SDO data."«



Grafik momentan nicht vverfügbar



Magnetogramm der Sonne [6]

Dargestellt ist das aktuelle Bild der Sonne als als Magnetogramm. Jeder Sonnenfleck hat einen Minus- und einen Pluspol. Die Polarität der Sonnenflecken ist auf dieser Darstellung besonders deutlich zu sehen. Die Aufnahmen stammen vom HMI (Helioseismic and Magnetic Imager), einem Instrument am Solar Dynamics Observatory der NASA, das sowohl helioseismische als auch magnetische Aktivitäten der Sonne aufzeichnet.

Legende
Solare X-Strahlung

Geomagnetisches Feld

 NORMAL   < 10-6 W/m2  RUHIG   Kp < 4
 AKTIV  ≥ 10-6 W/m2  AKTIV  Kp = 4
 M-CL FLARE  Flare der Klasse M (≥ 10-5 W/m2)  STURM  Kp > 4
 X-CL FLARE  Flare der Klasse X (≥ 10-4 W/m2)
 X-CL FLARE  Außergewöhnliches X-Flare (≥ 103 W/m2)



Quellen (externe Links):

[0] Data: GFZ Helmholtz Centre for Geosciences · License: CC BY-SA 3.0 DE
[1] www.ips.gov.au
[2] www.polarlicht-vorhersage.de
[3] https://services.swpc.noaa.gov
[4] sohowww.nascom.nasa.gov
[5] https://sdo.gsfc.nasa.gov (Courtesy of NASA/SDO and the AIA, EVE, and HMI science teams)
[6] Data supplied courtesy of soho.nascom.nasa.gov


Nach oben