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Die Reise zur schwarzen Sonne
07.08.-17.08.2026, Spanien
SoFi-Brille
Am Ziel
in der Navarra
Puente la Reina
Brücke Puente la Reina
Dienstag, 11.08.Es sind nur noch etwa 80 km bis zu unserem Ziel, den Campingplatz in Mendigorria. Wir können uns also Zeit lassen. So fahren wir Richtung Pamplona. Es geht wieder bergauf und bergab. Bei Pamplona wird der Verkehr wieder dichter. Das Navi führt uns seitlich an der Stadt vorbei, und man muß aufpassen, die richtige Spur und die richtige Abfahrt zu erwischen.

Kurz vor Mendigorria liegt der Ort Puente la Reina, dem wir noch einen Besuch abstatten. Dort führt eine romanische Brücke über die Arga. Sie ist Teil des Jakobsweges und wurde zu Beginn des 11. Jh. errichtet, um den Pilgern eine sichere Passage zu gewährleisten.
Puente la Reina
Puente la Reina, historische Altstadt
Wir stellen das Auto ab und laufen ins nahe Zentrum. Auch hier stehen hohe Häuser mit dicken Mauern. Wir erreichen die historische Steinbrücke und machen Fotos. Danach laufen wir durch die Innenstadt, und es fällt auf, wie lang die Gassen sind ohne eine Quergasse. Wir besichtigen die Kirche Parroquia de Santiago, in der die Statue des Heiligen Santiago Peregrino steht. In einem kleinen Supermarkt kaufen wir alle Nötige für die nächsten beiden Tage ein, vor allem viel Wasser, ehe wir weiterfahren, unseren Tagesziel entgegen.

Dann erreichen wir Mendigorria. Der Ort liegt auf einem Hügel, der Campingplatz einen Kilometer außerhalb des Ortes; also müssen wir nach oben hinein- und wieder herabfahren.
Camping Errota-El Molino
Camping Errota-El Molino und Mendigorria
Unten am Fluß sehen wir auf der linken Seite ein riesiges Freibad, auf der rechten Seite den Campingplatz, und dazwischen die Mühle, die dem Platz ihren Namen gab. Rundherum parken Autos, und mit Mühe finden wir einen freien Parkplatz.

Der Stellplatz war bereits lange zuvor gebucht. Das Check-in konnten wir zuvor online abschließen. So geht die Anmeldung rasch vonstatten, und wir bekommen eine kurze Einweisung und einen Plan ausgehändigt, auf dem die Zeltwiese markiert ist. Dann machen wir uns auf dem Weg zur Zeltwiese. Es ist ein weitläufiges Gelände, das sehr voll ist. Kein Wunder, denn Spanien hat Sommerferien.
Unser »Schattenplatz«
Die Zeltwiese, ein strohtrockenes Areal, liegt am äußersten Ende des Platzes und ist schon gut belegt, nicht nur mit Zelten, sondern auch mit Wohnmobilen und Wohnwagen. Es gibt noch ein letztes Eckchen mit Schatten, das wir sofort belegen. Nach dem schweißtreibenden Aufbau gibt es erst einmal eine kalte Gazpacho, dazu Baguette und frischen Salat. Wir atmen auf - haben es geschafft, sind am Ziel, und das Zelt steht. Es ist heiß, aber wir sitzen im Schatten!

Nachdem wir uns ein wenig umgeschaut haben, halten wir Teatime. Der schon ziemlich volle Platz füllt sich weiter, und wir sind froh, daß wir bereits vor 14 Uhr eingecheckt haben. Die Temperatur steigt weiter, und immer wieder trinken wir viel Wasser.

Wir machen einen kleinen Spaziergang in Richtung Bad/Rezeption. Es gibt einen "Supermarkt" ( sehr klein!), ein Restaurant mit Außenfläche unter dichten Bäumen. Hier brodelt das Leben, aber unter den Bäumen ist es sehr schwül.
Blick über Mendigorria
Bis Mendigorria sind es nur 500 m. Wir wollen den Ort zu erkunden, und so laufen wir schwitzend los und bergauf, denn der Ort liegt etwa 80 m höher als der Campingplatz. Wir laufen durch verwinkelte Gassen mit den schon bekannten dickwandigen Häusern. Ein paar Menschen sind auf den Gassen, sprechen miteinander, sitzen vor einem Restaurant. Ganz oben auf dem Berg steht die gewaltige Kirche San Pedro, die allerdings jetzt schon geschlossen ist. Davor steht ein Brunnen, aus dem wir dankbar Wasser schöpfen und uns erfrischen. Der Platz vor der Kirche ist für ein kommendes Ereignis vorbereitet; drei Tage nach der Sonnenfinsternis ist Maria Himmelfahrt, ein Feiertag in Spanien. Während die letzten Sonnenstrahlen den Ort beleuchten, laufen wir durch die Gassen. Irgendwo spielt eine Musik. Schließlich haben wir genug gesehen und gehen zurück zum Zelt. Es ist warm, und auch heute fällt uns das Einschlafen ziemlich schwer.
Mittwoch 12.08 DER TAG DER TAGE! Endlich ist es soweit: Heute findet die totale Sonnenfinsternis statt, und auch auf unserer Zeltwiese macht sich das bemerkbar. Viele Camper sind am Abend vorher schon aufgebrochen, und andere machen sich bereit zu Abreise. Auch wir bleiben heute nicht hier, denn hier ist die Zeit der Totalität mit gerade einmal 45 Sekunden sehr kurz. Auch wenn wir die Finsternis von unserem Zelt aus bequem beobachten könnten.

In ganz Navarra hat man an verschiedenen Stellen Beobachtungspunkte eingerichtet. Für einen geringen Obolus (6,20 € plus kostenloser Parkplatz) hatte ich online zwei Eintrittskarten erworben. So erspare ich mir die Mühe, einen geeigneten Beobachtungsplatz suchen zu müssen und dort den ganzen Tag lang ausharren zu müssen, denn die Finsternis findet am Abend statt.

Der Zugang zum Beobachtungsplatz ist ab 11 Uhr geöffnet, und wir lassen uns noch etwas Zeit, zumal unser Zelt noch im Schatten liegt, aber dann ist die Unruhe doch größer und wir bereiten die Abfahrt vor. Das Wichtigste am heutigen Tag ist viel Wasser mitzunehmen, denn es werden bis zu 38 Grad erwartet. Die Fotoausrüstung ist schon im Auto, auch zwei Ferngläser, wir packen zwei Hocker ein, die Picknickdecke, Sonnenschirme und Proviant und machen wir uns auf den Weg nach Lodosa, einen etwa 45 km entfernten Ort im Tal des Ebro an der Grenze der Navarra. Etwas näher an der Zentrallinie des Mondschattens haben wir eine um eine halbe Minute längere Phase der Totalität.

Lodosa liegt südwestlich von Mendigorria. Wir werden vom Navi über wenig befahrene Straßen geleitet. An einer Stelle sehen wir einen solchen Beobachtungspunkt. Dort parken schon etliche Autos, es sind Pavillons, Toilettenhäuschen, WasserTonnen aufgebaut. Das Beobachtungsfieber steigt, denn das ist der erste Hinweis auf die Finsternis, dem wir begegnen.

Vor Lodosa biegen wir nach links ab in Richtung Sartaguda, denn der Beobachtungspunkt mit dem weit sichtbaren Turm liegt etwa 4 km südlich von Lodosa entfernt. In Sartaguda verfahren wir uns und müssen umkehren und den Ort umfahren. Dann sind wir noch einmal auf der falschen Strecke. Das erkenne ich aber, weil ich zuvor in Google Maps die Strecke virtuell schon abgefahren bin. Hier vermissen wir eine Beschilderung.